STAATLICH GEPRÜFTE FERNAKADEMIE

10 Regeln für effektives Lernen

Juraj Gubi, Sep 2022


Du möchtest dich weiterbilden. Das eigene Wissen mehren, neue Kenntnisse erwerben und Einsichten hinzugewinnen; bislang unbekannte Zusammenhänge erkennen und weitere Fähigkeiten entwickeln; und, und, und. Am Ziel deiner Lernbemühungen angelangt, bist du ein anderer Mensch. Du weißt mehr, verstehst mehr, kannst mehr. Und du kannst Gutes damit tun. Dein Wissen und Know-how an die Teilnehmer deiner Kurse weitergeben. Um deren Wohlbefinden und Lebensqualität zu steigern, und ihrer Gesundheit einen Dienst zu erweisen.

Davor steht allerdings der Weg dorthin. Das Lernen selbst. Und wie wir wissen, gibt es viele Wege auf denen Rom, pardon, der Lernerfolg erreicht werden kann. Abhängig von welchem Lerntyp man selber ist. Wie die Umstände und Bedingungen aussehen, unter den man lernt. Ob man Zeit zum Lernen hat oder einen Sprint hinlegen muss. Ob einem der Lernstoff liegt und federleicht zufliegt, oder eher quält und mühsam verdaut werden muss. Oder, oder, oder.
Bei all den Variablen, die die Lerneffektivität beeinflussen ist es verdammt schwer, die für sich beste Strategie zu finden. Denn sämtliche Faktoren unter einen Hut zu bekommen, d.h. optimal zu berücksichtigen, ist so gut wie unmöglich. Es sind schlichtweg zu viele. Und dennoch gibt es Lösungen, mit denen man sich verlässlich durch den Dschungel der Möglichkeiten leiten lassen kann.

So haben die Lernwissenschaften im Laufe der Jahrzehnte „Regeln“ entwickelt, die es erlauben, das Lernen effektiver zu gestalten. Mit denen man immer richtig liegt, egal was für ein Lerntyp man ist oder wie die persönliche Lernsituation geprägt ist. Im Folgenden stellen wir dir die Lerntipps von Dr. Barbara Oakley vor, die weltweit zum Standard im Bildungsbereich gehören. Hinter diesen steckt die Idee, dass wir den eigenen Lernprozess kontrollieren können. Nehme dir also diese Vorstellung, dieses Ziel mit in deine Lernsessions. Und denke immer wieder mal darüber nach, wie du persönlich am besten lernen und wo du deinen Methoden einen Feinschliff verpassen kannst.

  1. Probier's doch mal mit RECALL! Lege dein Lernmaterial zur Seite, nachdem du es durchgearbeitet hast, und versuche dich an die Hauptaussagen zu erinnern. Die Fähigkeit, aus der Erinnerung heraus Zusammenhänge zu formulieren, ist einer der Schlüsselindikatoren für gutes Lernen.
  2. Teste dich selbst. Die ganze Zeit. Arbeite mit Lernkarten, sie sind dein Freund.
  3. Aufteilen, verstehen und üben! Teile dir eine komplexe Aufgabe in kleinere Abschnitte und übe diese zuerst getrennt voneinander. Stell dir vor, das Lernen wäre ein Gedicht und du lernst zuerst die einzelnen Strophen, bevor du es in kompletter Länge vorträgst.
  4. Dein Gehirn ist wie ein Muskel - es kann zwar täglich, aber nun in einer begrenzten Menge beansprucht werden. Unter- und überfordere es nicht! Stelle heraus, wo deine individuellen Lernkapazitäten liegen, um eine optimale Konzentration aufs Gelernte zu gewährleisten.
  5. Probleme sind da, um gelöst zu werden! Wechsle beim Üben verschiedene Lerntechniken ab und finde so heraus, welche für dich die beste ist. So gibt es beispielsweise viele Menschen, die das Gelernte erst dann richtig abspeichern, wenn sie es handschriftlich (und nicht mit Tippen an einer Tastatur) niederschreiben!
  6. Lass uns Pausen machen! Je nach Schwierigkeitsgrad des Themas braucht dein Gehirn Ablenkung! Solltest du bei der Lösung eines fachlichen Problems z.B. in Anatomie oder Trainingslehre nicht weiterkommen, dann gönne dir eine kurze Auszeit (unsere Empfehlung: immer an der frischen Luft 😉). Dein Gehirn erholt sich und du siehst das Problem aus einer anderen Perspektive.
  7. Wenn du ein Konzept nicht verstehst, ist das kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen! Denke lieber darüber nach, ob es vielleicht eine bildhafte Analogie gibt, die dir beim Verstehen hilft. So kannst du zum Beispiel das Fließen des elektrischen Stroms mit dem Fließen von Wasser vergleichen. Oder du formulierst deine Erklärung so, dass sie für Zehnjährigen gemacht ist.
  8. Bist du bereit für deine nächste Prüfung? Dann probiere doch einmal die Fokus-Methode aus! 25 Minuten konzentrierter Arbeit, ohne jegliche Unterbrechungen. Du lernst intensiv und effektiv, und obendrein fühlst dich hinterher auch richtig gut. Und wenn nicht? Kein Problem, es gibt schließlich Schokolade, aber besser die dunkle! 😊
  9. Erledige das Schwierigste früh am Tag, wenn du frisch und aufnahmefähig bist.
  10. Dein Studium wird dich an einen ganz anderen Ort bringen - mental und physisch. Stelle dir vor, woher du kommst und wo es dich hinführen wird. Lass diese Vision in deinem Arbeitsbereich lebendig werden, so dass sie dich immer wieder motiviert, weiterzumachen.
 
 
 
 
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